Glücksmomente nach langer Pause

Der Liederkranz Hellershof knüpft mit seiner Jahresfeier an die alten
Erfolge an

Kaisersbach.
Einen „grandiosen Abend“ wünschte Katja Frank, Vorsitzende des Liederkranzes Hellershof, dem Publikum der Jahresfeier. Tatsächlich erlebten die Besucher an beiden Abenden in der Gemeindehalle Kaisersbach viele Glücksmomente.
Eine bunte Mischung unterschiedlicher Musikrichtungen unter dem Motto „Life is a song“ mit pfiffiger Dekoration wie unzähliger Schallplatten, dazu spritzige und leckere Köstlichkeiten an zwei Bars im Foyer überraschten die Hundertschaften der Fans. Wer bei den Darbietungen auf der Bühne noch mehr Appetit bekam, konnte sich an den schmackhaften Angeboten aus der Küche laben. Damit setzte der umtriebige Verein um, was der Schlagerstar Howard Carpendale jüngst in einem Interview vorgab: „Drei Stunden ablenken von dem ganzen Mist, der auf der Welt ist.“
Drei Jahre lang musste die „Eintracht“ wegen Corona pausieren. Jetzt ließen die Amateure bei ihrem Fest für alle Sinne die unbändige Freude spüren, wieder an die alten Erfolge anknüpfen zu können. Auch wenn das Konzept seit einem halben Jahrhundert gleich ist, die Details der Umsetzung werden immer wieder neu gemischt und zeitgemäß variiert. Der Chor der 20 Männer, begleitet seit 23 Jahren von Bernd Büttner am Clavinova, trat erstmals mit seinem neuen Leiter Oliver Geiger auf. Als wäre es das Motto ihres Lebens, stimmten sie zuerst „Mit Musik geht alles besser“ an. Geradezu frenetisch fiel der Applaus aus, als das istrische Volkslied „La mula de Parenzo“ sogar in der Landessprache äußerst schmissig interpretiert wurde.
Der neue Dirigent war mit seinem Programmblock, zu dem populäre Filmmelodien gehörten, sehr zufrieden. „Wichtig ist mir, dass es uns auf der Bühne Freude macht, dann springt der Funke über – das hat prima geklappt“, sagte Oliver Geiger danach. Der Gschwender Bürgermeister Christoph Hald gratulierte ihm überschwänglich: „Das war geil!“
In Abwandlung eines Sprichworts wurde das Publikum bei der Show der gemischten Singgruppe immer wieder zum Mitmachen animiert: „Reden ist Silber, Singen ist Gold.“
Vielfältiger denn je fiel die Auswahl meist amüsanter, aber auch nachdenklich stimmender Lieder aus, von „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch bis zum mitreißenden „Hey, was geht ab“; natürlich durfte eine rockige Nummer von Andreas Gabalier nicht fehlen – „Verdammt lang her“.
„Die kleine Kneipe“ von Peter Alexander aus dem Jahr 1976 und „Marmor, Stein und Eisen bricht“ von Drafi Deutscher aus dem Jahr 1965 konnten viele Stammgäste textsicher mitsingen. Bei dem Medley von Karel Gott waren die Älteren meist im Vorteil. Dagegen waren die größten Hits von Roland Kaiser auch den Jüngeren ein Begriff.

Männerchor
Männerchor

Hierbei konnte sich Patrizia Sozzi nach mehrjähriger Pause wieder optimal in Szene setzen. Ganz neu zum Ensemble stieß Tina Schlechter, Sängerin und Schauspielerin aus Alfdorf. Sie freute sich nicht allein über ihren eigenen Erfolg, sondern auch über die Leistung der Amateure: „Es war voll schön, genau wie bei den Profis.“ Zusammen mit Aylin Deiß rissen damit gleich drei stimmgewaltige Frauen die Fans von den Stühlen.
Premiere feierte auch der unüberseh- und unüberhörbare Sascha Wahl, der offenbar seinen eigenen Fanclub mitgebracht hatte. Zusammen mit den Instrumentalisten um den musikalischen Leiter Martin Fordinal legten sich alle Akteure voller Begeisterung ins Zeug. Selbst beim raschen Kleiderwechsel konnten sie mit Helene Fischer mithalten. Das Mehrgenerationen-Team bewies eindrücklich, dass es mit der fulminanten Leistung dem Publikum, aber auch sich selbst den versprochenen „grandiosen Abend“ bescherte.
hgf

Die Mitwirkenden
Den Männerchor leitete Oliver Geiger, Instrumentalbegleitung Martin Büttner und Lukas Dreher. Die Singgruppe bestand aus Aylin Deiß, Katja Frank, Linda Hudelmaier, Tina Schlechter, Patrizia Sozzi, Monika Weller, Günther Frank, Hardi, Hermann, Carl und Martin Hänle, Christopher Macchini, Sascha Wahl, Bernd Weller.
Musiker: Amadeus Bauer, Heinz Brückner, Lukas Dreher, Martin Fordinal, Hardi Hänle, Karin und Heribert Schwenger.