{"id":206,"date":"2015-11-03T07:37:38","date_gmt":"2015-11-03T06:37:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sandland.de\/?page_id=206"},"modified":"2015-11-03T07:37:38","modified_gmt":"2015-11-03T06:37:38","slug":"die-hellershofer-schulhausgeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.sandland.de\/?page_id=206","title":{"rendered":"Die Hellershofer Schulhausgeschichte"},"content":{"rendered":"<p>Anfang des 19. Jahrhunderts gingen die Sandl\u00e4nder &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; im Birkhof im dortigen &#8222;alten Schulhaus&#8220; zu Schule, dann wurde das Geb\u00e4ude Cronh\u00fctteweg 3-5 etwa 100 Jahre lang als Schulhaus genutzt: mit der Provisorwohnung im Erdgeschoss und der Lehrerwohnung im ersten Stock des \u00f6stlichen Teils und den beiden Klassenr\u00e4umen im westlichen Teil des Hauses, der vor etlichen Jahren durch einen Anbau erweitert wurde.<br \/>\nDie Einweihung der Hellershofer Schule hatte eine rund zweiundzwanzigj\u00e4hrige Vorgeschichte, die gekennzeichnet war vom redlichen Bem\u00fchen um zweckm\u00e4\u00dfige R\u00e4ume f\u00fcr die Bildung der Schuljugend einerseits und dem fehlenden Geld der drei Waldgemeinden Kaisersbach, Altersberg und Vordersteinenberg, die den Schulverband Hellershof bildeten. Das &#8222;Gemeinschaftliche Oberamt in Schulsachen&#8220; berichtete von &#8222;durchweg kleinen Landwirten und Tagl\u00f6hnern, die in den \u00e4rmlichsten Verh\u00e4ltnissen leben&#8220;.<br \/>\nBereits 1914 hielt der Oberschulrat den Bau eines neuen Schulhauses f\u00fcr notwendig. Zehn Jahre sp\u00e4ter stelle der Bezirksschulrat fest:: &#8222;Dem Neubau muss nunmehr mit Ernst n\u00e4her getreten werden&#8220;, denn der Boden des Klassenzimmers im ersten Stock des Schulhauses in der Gschwender Stra\u00dfe hatte sich gesenkt &#8211; &#8222;er ist am Hinunterbrechen&#8220;.<br \/>\nDoch &#8211; wie leider \u00f6fter in solchen f\u00e4llen &#8211; musste erst etwas passieren, bevor etwas passierte. Nochmals 10 Jahre sp\u00e4ter, am 5. Mai 1934 geschah in Winterbach ein schreckliches Ungl\u00fcck &#8211; das Schulhaus st\u00fcrzte ein, ein Lehrer und etliche Schulkinder kamen ums Leben. Bei der eilig anberaumten Schulvisitation am 29. Mai 1934 vermerkt das Protokoll \u00fcben den Zustand des Schulgeb\u00e4udes:&#8220;&#8230;&#8230;handelt es sich um den schlimmsten und besorgniserregendsten Fall des ganzen Landes.&#8220;<\/p>\n<p>Der Aufenthalt in der Lehrerwohnung im ersten Stock in der Osth\u00e4lfte des Geb\u00e4udes galt als lebensgef\u00e4hrlich, die Schule wurde sofort geschlossen.<br \/>\nDer Unterricht und zwar mit jeweils 50 Kindern pro Klasse fand von nun an in Bauernstuben und auch in Scheunen statt, wo die Bet\u00e4tigung der damals noch vorhandenen G\u00f6pelwerke eine willkommene, wenn auch verbotene Abwechslung bot. Bei sch\u00f6nem Wetter wurde das Klassenzimmer in den Wald verlegt, Baumst\u00e4mme dienten als Sitzgelegenheit, V\u00f6gel und Eichh\u00f6rnchen wohnten dem Unterricht als Zaung\u00e4ste bei, vorbeihoppelnde Hasen luden zu ausgedehnten Verfolgungsjagden ein &#8230;<\/p>\n<p>Als die kalte Jahreszeit anbrach, bezog die Oberklasse dann doch wieder einen Raum im Schulhaus, die Unterklasse fand im Vorsaal der Kirche Unterschlupf. 1935 wurde dann mit dem Bau des heutigen Schulhauses begonnen &#8211; ein Abriss und Neubau an der bisherigen Stelle kam wegen der ung\u00fcnstigen Lage direkt an der Stra\u00dfe nicht in Frage.<br \/>\nAllerdings war ein Bauplatz zun\u00e4chst nicht aufzutreiben, bis schlie\u00dflich die Forstdirektion von der Parteileitung (!) angewiesen wurde, ein Grundst\u00fcck von 14 ar g\u00fcnstig zur Verf\u00fcgung zu stellen.<br \/>\nEin au\u00dfergew\u00f6hnlich hoher Staatszuschuss von 20 000 Reichsmark, ein Darlehen von 18000 RM und der Verkaufserl\u00f6s des alten Geb\u00e4udes &#8211; bei dem nun pl\u00f6tzlich von Bauf\u00e4lligkeit nicht mehr die Rede war &#8211; sicherten die Finanzierung der Baukosten von 43 576 RM. Nachdem der Wald gerodet und der Platz einigerma\u00dfen eingeebnet war, konnte der Bau begonnen und nach einem Jahr Bauzeit vollendet werden. In einem Festzug zogen die Schulkinder am Einweihungstag, dem 25. Juli 1935, von der alten Schule hinauf zum Neubau.<\/p>\n<p>von Wolfgang H\u00e4nle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang des 19. 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