Die bewährte Kombination von gepflegtem Chorgesang und einer volkstümlichen, aber bis ins Detail ausgefeilten Bühnenshow vor prächtiger Kulisse bei der Jahresfeier des Liederkranzes “Eintracht” Hellershof lockte auch dieses Jahr zahlreiche Besucher aus nah und fern nach Kaisersbach.
Vorsitzender Günther Frank konnte an vergangenen Wochenende an beiden Abenden ein volles Haus begrüßen, besonders die Sandland-Bürgermeister Bodo Kern, Rosalinde Kottmann und Michael Segan sowie den Vorsitzenden des Silchergaues Erwin Teschner, der Karl Dalacker für 60 Jahre Sängertätigkeit und Wolfgang Hänle für 25 - jährige Dirigententätigkeit ehrte (wir berichteten).
Barocke Prachtentfaltung gab es gleich zum Anfang des Programms mit dem Männerchor, dem Orchester aus Streichern, Blech- und Holzbläsern und der Solotrompete von Martin Betsch, die Jeremiah Clarkes “The Prince Of Denmark´s March” musizierten. Es folgten weitere für Männerchor arrangierte Musikstücke aus den wichtigsten Epochen der Musikgeschichte, über Mozart und Brahms - der ungarische Tanz Nr. 6 temperamentvoll von Bernd Büttner am Klavier begleitet - bis zum 20. Jahrhundert mit dem 2. Walzer von Dimitri Schostakowitsch. Unter dem Motto “Mit Musik geht alles besser” fanden sich nicht nur das gleichnamige Lied sondern auch solche Chorsätze, die etwas über die Musik erzählen - “Der Spielmann” - “Die Post im Walde” oder das wunderschön traurige Lied “Droben steht die Kapelle”. Hans Blums Schlager “Beim Trödler an der Ecke kaufte ich ein Grammophon” wurde nicht nur vom Doppelquartett des Vereins vorgetragen, sondern auch von einem echten alten Grammophon aus Gerhard Ehmanns Fundus dargestellt.
“Reden
ist Silber, Singen ist Gold”, dieses Lied der Kastelruther Spatzen
war nicht nur das Motto der Gesangsgruppe im zweiten Teil - Norbert
Rier, der Chef der Kastelruther und mit Günther Frank recht gut
bekannt, hatte mittels Grußwort - für jeden zum Mitlesen
auf eine große Leinwand projiziert - quasi die Patenschaft für
die Aufführung übernommen. Und passend zum Motto ließen
die Bühnengestalter Irene Janousch und Günter Köngeter
Bühne und Foyer in Gold und Silber erglänzen, das die Beleuchter Rudolf und Uschi Knödler auch noch ins rechte Licht setzten. Die Singgruppe um Günther Frank mit Conni Brestel, Daniela Deiss, Katja Frank Anneliese Hirzel, Monika Weller, sowie Hartmut Schurr, Günter Wahl, Bernd Weller - der mit Günther Frank und Daniela Deiss durch das Programm führte,- gestaltete einen bunten und abwechslungsreichen Reigen volkstümlicher Lieder, unter denen neben ausgelassen - fröhlichen auch einige besinnliche und nachdenkliche zu finden waren. Patrizia Sozzi war nach mehrjähriger Auszeit wieder dabei, und sie hatte in der Zwischenzeit an Ausdruck und Stimme nochmals zugelegt. Hermann Hänle war erstmals mit von der Partie und in der Singgruppe sofort daheim. Dass die sogenannte “volkstümliche Musik” zu hübschen und schön vorgetragenen Melodien manchmal auch eher erstaunliche Texte wie “Küssen wie Gott in Tirol” zeitigt sei nur am Rande erwähnt. Auf jeden Fall traf das Programm die Zuhörer mal wieder mitten ins Herz, wobei besonders die jüngsten Protagonisten Leonie und Natalie mit einem “Stückel heile Welt” punkten konnten. Zu ihnen gesellte sich diesmal auch noch Laura - die Aufführung letztes Jahr hatte ihr so gut gefallen, dass sie unbedingt diesmal mitsingen wollte. 25-jähriges Bühnenjubiläum hingegen beging Hartmut Schurr, Anneliese Hirzel und Katja Frank singen schon seit 15 Jahren mit, und bei Conni Brestel und Bernd Weller jährte sich der erste Auftritt immerhin zum zehnten Mal.
Die sauber und sprachlich gut verständlich gestalteten Vorträge waren größtenteils von Martin Fordinal ansprechend arrangiert, der mit seiner Truppe (Axel Hannemann,Schlagzeug, Karin und Heribert Schwenger, Trompete, Heinz Brückner, Tenorhorn und Werner Rothweiler, Gitarre) für den musikalischen Hintergrund sorgte.